Technologie aus Schäffern in China

in Wirtschaft

Eine Technologie im Bereich der biologischen Sanierung von Ölschäden, die ihren
Ursprung
im Steirischen Wechselland, in Schäffern hat, konnte sich gegenüber
den Mitbewerbern
bei einem chinesischen Großunternehmen durchsetzen.

Einen großen Erfolg konnten kürzlich zwei Firmen aus Schäffern für sich verbuchen:
Ein chinesisches Großunternehmen wird deren Technologie im bevölkerungsreichsten Staat
der Erde einsetzen.

Der „biologische Vorhang“
Die Firma Ziviltechnikerbüro Dr. Karl Putz und das Schwesterunternehmen ensowa gmbh,
beide im Umweltkompetenzzentrum Wechselland – Schäffern(UKZ) untergebracht,
beschäftigen sich mit der Beseitigung von Umweltschäden durch biologische Mikroorganismen.
In ihrer Komplexität heruntergebrochen umfasst ihr Forschungsgebiet folgenden Umstand:
Bei Ölschäden werden die im Boden lebenden Bakterien durch ein künstlich erschaffenes,
ideales Milieu dazu angeregt, sich zu vermehren und dadurch Öl abzubauen. Sie nutzen
die Kohlenstoffe so zu sagen als Nahrungsquelle. Diese Methode ist eine sehr wirtschaftliche
und umweltfreundliche, weil die verschmutzte Erde nicht ausgegraben werden muss, sondern
sich von selbst reinigt.
Bei Verschmutzung des Grundwassers kann mit diesem Verfahren ein „Biologischer Vorhang“
erzeugt werden. Dabei kann sich der Schaden nicht verbreiten bzw. vergrößern, weil er nachhaltig
sukzessive und umweltfreundlich abgebaut wird. Der Einsatzdieser Technologie ist auch besonders
dann interessant, wenn die Ölverschmutzung unterhalbvon Gebäuden oder Straßen gelagert
und zu sanieren ist.

Innovative Software
Das Konzept als solches ist nicht neu im Bereich der Umweltsanierung, allerdings hat das
Forschungslabor in Schäffern eine Technologie entwickelt, mit der man in Europa zur Zeit laut
der Universität Wien technologischer Marktführer ist, denn: Nach dem Aufbau der benötigten
Instrumente vor Ort arbeitet die entwickelte Software vollautomatisch und lernt sogar dazu.
Sie macht selbsttätig Messungen und reagiert auf Veränderungen.
Dadurch und aufgrund der Tatsache, dass man mit zwei Referenzprojekten die Wirksamkeit im
Schadensfall bereits vorweisen konnte, hat sich die Technologie aus Schäffern gegenüber den
Mitbewerbern aus Deutschland und Norwegen durchgesetzt.
In China wird die Technologie als „biologischer Vorhang“ zur Präventivmaßnahme zum Einsatz
kommen, um den Pazifik zu schützen: Entlang der chinesischen Küsten werden Überwachungs-
stationen aufgebaut, die im Schadenseintritt auf Sanierung umschalten. Die für solche Fälle
„trainierten“ Bakterien stürzen sich auf das Öl und verhindern so das Ausbreiten des Schadens.

Gesellschafter und Entwickler Dr. Karl Putz spricht von 1,5 Jahren Verhandlungen mit dem
chinesischen Großunternehmen, die als Ergebnis einen Generalvertriebsvertrag mit Lizenzvertrag
umfassen. Aufgabe seiner Firma ist nun das Leiten von Schulungen und Forschungsprojekten,
sowie die Weitergabe von know-how an die dortigen Mitarbeiter und Spezialisten. Diese wiederum
schulen ihre Subunternehmen in China mit der Oststeirischen Innovation, um einen Markt dafür
aufzubauen.

Chance für den Firmenstandort
Durch dieses Geschäft ist Putz motiviert, in weitere Forschungsmaßnahmen am Standort
Schäffern zu investieren und diesen zu festigen. Das hauseigene Labor im UKZ soll zusätzlich
mit einem anstehenden internationalen Projekt forciert werden. Ein Antrag zur Förderung
wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft derzeit überprüft. Beste
Zusammenarbeit gibt es mit heimischen Universitäten sowie der Technischen Universität in
Peking. „Es ist wichtig, sich auszutauschen und Kompetenzen zu bündeln.“ sagt Putz, und
„Ich sehe mein Team und mich als Spezialisten in der biologischen Sanierung von Ölschäden
im Boden und im Wasser.“ Ein positiver Nebeneffekt liegt in der Schaffung von innovativen
und qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen im UKZ.
Mit seinem Erfolg möchte er auch andere Unternehmen und Einzelpersonen dazu motivieren,
ebenfalls mutig zu sein und bei Gelegenheit im Ausland sein Glück zu versuchen.

Text: Stefanie Simon

Beitragsbild: Re: Dr. Karl Putz mit den unterfertigten Verträgen mit China,
Li: Franz Flasch, GF der UKZ GmbH

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