Unterschiede beim Arbeiten in den Ferien

in Wirtschaft

Die Ferienzeit ist traditionell auch die Zeit der Ferialjobs. Dabei gibt es Unterschiede zwischen Ferialarbeit und Praktikum, was etwa Bezahlung und das Dienstverhältnis betrifft. 

Ferialjob zum Geldverdienen
Gerade Schüler, Maturanten und Studierende möchten sich in den Ferien Geld dazuverdienen. Der Ausbildungszweck steht dabei im Hintergrund. Viele Betriebe suchen in den Sommermonaten Aushilfskräfte und Vertretungen und bieten deshalb Ferialjobs an. Wer eine dieser Stellen möchte, sollte sich daher am besten bereits zu Jahresbeginn bewerben.
Der Ferialjob ist ein „normales“, meist befristetes Arbeitsverhältnis und unterliegt allen arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen. Der Ferialarbeiter ist in der Pensions-, Kranken-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung pflichtversichert. Abgerechnet wird nach dem Kollektivvertrag. Es besteht außerdem Anspruch auf Sonderzahlungen, Urlaub bzw. Urlaubsersatzleistungen und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.


Der Ferialarbeiter ist an die Arbeitszeiten im jeweiligen Betrieb gebunden, ist zur Arbeitsleistung verpflichtet und unterliegt der Anweisung der Vorgesetzten. Dadurch ist er vollständig in die Organisation des Betriebes eingebunden und ersetzt in der Regel eine Arbeitskraft – zumindest teilweise. Das bedeutet auch, dass mit dem Arbeitsverhältnis kein (primärer) Ausbildungszweck verfolgt wird.

Praktikum mit Ausbildungszweck
In berufsbildenden Schulen und manchen Studiengängen ist ein verpflichtendes facheinschlägiges Pflichtpraktikum zu absolvieren. Der Vorteil liegt darin, dass Theorie und Praxis miteinander verbunden werden und man erste Kontakte zu möglichen späteren Arbeitgebern knüpft. Außerdem machen sich facheinschlägige Praktika gut im Lebenslauf und helfen bei der späteren Bewerbung. 


Bei einem Praktikum steht also der Ausbildungszweck im Vordergrund, ergänzt die schulische, universitäre oder fachhochschulische Ausbildung und ist vom Lehrplan der Schule bzw. der Studienordnung vorgesehen. Es besteht allerdings keine Arbeitsverpflichtung, der Praktikant ist nicht weisungsgebunden und nicht an die Arbeitszeiten des Betriebes gebunden. Es ersetzt auch keine Arbeitskraft. Da kein Dienstverhältnis begründet ist, sind Praktikanten zum Beispiel nicht sozialversichert und haben keinen Anspruch auf Entgelt. Meist wird stattdessen ein „freiwilliges Taschengeld“ vereinbart.


Ein Unterschied besteht im Hotel- und Gastgewerbe: Hier wird ein Praktikum ausschließlich im Rahmen eines Dienstverhältnisses erbracht. Der Praktikant hat hierbei Anspruch auf ein Entgelt in der Höhe der jeweils geltenden kollektivvertraglichen Bestimmungen.

Volontariat als freiwillige Weiterbildung
Ähnlich dem Pflichtpraktikum ist das Volontariat ein Ausbildungsverhältnis. Volontäre werden kurzfristig in Betrieben tätig, um sich weiterzubilden, ihre Kenntnisse zu erproben und zu erweitern. Im Gegensatz zum Praktikum wird diese Tätigkeit nicht von der Schule oder dem Studium verlangt. 


Da es sich beim Volontariat um kein Arbeitsverhältnis handelt, unterliegen Volontäre auch keiner Arbeitspflicht, keinen Arbeitsanweisungen und sie müssen auch keine Arbeitszeiten einhalten. Sie ersetzen keine Arbeitskraft und haben keinen Anspruch auf Entgelt, meist wird aber ein Taschengeld vereinbart. Sie haben auch keinen Urlaubsanspruch oder Anspruch auf Sonderzahlungen und sind nur in der Unfallversicherung pflichtversichert. 
Teilweise abweichende Regelungen in Kollektivverträgen bestehen auch für Volontäre und es gilt: Wenn Volontäre eine Arbeitskraft ersetzen und an die betrieblichen Arbeitszeiten und Weisungen gebunden sind, handelt es sich um ein „normales“ Dienstverhältnis mit allen arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Rechten und Pflichten. ❏            
Stefanie Schadler


Quelle: WKO
Foto©SnapwireSnaps auf Pixabay

Letzte Beiträge

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Wenn Sie fortfahren, nehmen wir an, dass Sie mit der Verwendung von Cookies auf der Webseite einverstanden sind. Zur Datenschutzerklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close