Von Sommerfrische und Winterzauber

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Sommerfrische, Höhenluftkurort und Skigebiet – die Marktgemeinde Mönichkirchen hat in den 100 Jahren ihres Bestehens ihren Gästen schon immer allerhand geboten.

Beliebt und gern besucht

Die Marktgemeinde Mönichkirchen feiert heuer ihr 100-jähriges Bestehen. Sie liegt auf etwa 1.000 Metern Seehöhe und ist im Wechselland jener Ort mit dem höchstgelegenen Gemeindezentrum. Im Jahre 1220 wurde Mönichkirchen erstmals urkundlich erwähnt. Bereits die Errichtung der Straße über den neuen Wechselpass 1826 machte Mönichkirchen zu einem Durchzugsort. Mönichkirchen wurde 1922 von der damaligen Gemeinde Amt Aspang abgetrennt und ist seither eine selbstständige Gemeinde.

Zahlreiche Prominente lernten über die Jahre den Ort kennen und lieben. Darunter der Lyriker Anton Wildgans (1881–1932), für den Mönichkirchen zur zweiten Heimat wurde, oder der polnisch-deutsche Dramatiker Thaddäus Rittner (1873–1921), der seine Sommerfrischen zwischen 1914 und 1920 im „Marienhof“ verbrachte. Der Musikwissenschafter und Komponist Eusebius Mandyczewski (1857–1929) war sogar mit eigener Villa in Mönichkirchen ansässig. Aber auch jüngeren Persönlichkeiten, wie dem Sportreporter Edi Finger (1924–1989), dem Politiker Leopold Figl (1902–1965), dem ehemaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky (1911–1990), dem Schriftsteller Peter Handke oder der Schauspielerin Elfriede Ott (1925–2019) war der Ort nicht unbekannt, wie aus den Gästebüchern des Alpenhotels Lang, des Hotels Hochwechsel und der Brettlbar beispielhaft zu entnehmen ist.

Aufschwung durch Bahn und Höhenkurort

Wesentlich für den Aufschwung von Mönichkirchen war die Bahnverbindung nach Wien ab 1881. Vor allem die drei Gründerfamilien Windbichler, Lang und Binder erkannten schnell diese Chance und boten den Gästen nicht nur zeitgemäße große Hotels, sondern ein umfassendes, auf die Region ausgelegtes touristisches Angebot: Bereits damals gab es ein Shuttleservice vom Bahnhof, markierte Wanderwege, Ausflugsfahrten, geführte Skitouren und Skikurse sowie Wellness mit Fichtennadel- und Heubädern. Anfang des 20. Jahrhunderts wirbt der Ort erfolgreich mit dem Slogan „Sommerfrische und klimatischer Höhenkurort, 1.000 Meter Seehöhe“/„Wintersportplatz“. Nach dem Ersten Weltkrieg entdeckt auch die Wiener Mittelschicht die Sommerfrische. Bereits 1927 wurden über 40.000 Nächtigungen verbucht. Zwischen 1896 und 1936 wurden 31 Villen gebaut, was ebenso für die Beliebtheit des Ortes spricht. Nach dem Zweiten Weltkrieg erholte sich der Ort bald wieder und die Nächtigungen stiegen bis 1960 auf etwa 150.000. In den 60er-Jahren wurden vermehrt Wochenendhäuser in der Luef- und in der Pfarrsiedlung gebaut, währenddessen die Besucherzahlen kontinuierlich sanken. 

Von 1er-Sessellift und Sprungschanze

Mönichkirchen nahm in einigen Bereichen eine Vorreiterrolle ein. So wurde 1949 der erste 1er-Sessellift in Niederösterreich durch die Marktgemeinde Mönichkirchen errichtet. Er hatte 18 Stützen und die Fahrtzeit betrug circa 25 Minuten. 200 Personen konnten zur damaligen Zeit pro Stunde befördert werden. 

1952 wurde zwischen Mönichkirchen und der Mönichkirchner Schwaig auf der steirischen Seite die Wechsel-Sprungschanze errichtet, die allerdings nur kurze Zeit in Betrieb war. 1992 wurde die erste österreichische Rollerbahn in Mönichkirchen eröffnet. Die erste Schneekanone in Mönichkirchen wurde ein Jahr später angekauft. 

Die Schischaukel Mönichkirchen-Mariensee bietet heute 13,5 Pistenkilometer mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für die ganze Familie. 

Auch im Sommer bietet Mönichkirchen ihren Gästen ein umfangreiches Angebot und ist somit eine beliebte Ganzjahresdestination für ihre Besucher. ❏ 

Stefanie Schadler

Zum Foto: Mönichkirchen um 1890.

Fotos © Historischer Verein Wechselland und Quelle: Festschrift 100 Jahre Mönichkirchen

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