Wandern im Wechselland – Zöbern Rundwanderweg

in Leserservice

Beim Rundwanderweg in Zöbern erfahren Wanderer allerhand über das Gemeindegebiet selbst, über die Einfälle der Haiducken und Schloss Ziegersberg.

Von Abgeschiedenheit und den Haiducken
Ausgangspunkt ist der Dorfplatz in Zöbern, wo sich sogleich die erste Tafel des Historischen Weitwanderweges befindet: „Zöbern und das Wechselland“. Hier liest man, dass sich das Gemeindegebiet im hügeligen Übergangsgebiet zwischen dem Wechselland und der Buckligen Welt befindet. Durch die Abgeschiedenheit wurde das Gemeindegebiet erst später als andere Regionen des Wechsellandes kolonisiert, gerodet und besiedelt. Selbst die Straße zwischen Aspang und Zöbern wurde wegen der Abgelegenheit erst 1867 gebaut. Benannt wurde der Ort nach dem Zöbernbach, der im Jahr 860 erstmals urkundlich erwähnt wird.

Der Rundweg führt zum größten Teil auf asphaltierten Straßen entlang, die mäßig bis kaum befahren sind. Vor einer Abzweigung beim Schuh-Wirt erblickt man die nächste Tafel: „Die Einfälle der Haiducken 1605 im Wechselland“. Diese mit Türken und Tartaren verstärkte Söldnertruppe wurde vom Siebenbürgener Fürsten Stefan Bocskai engagiert, der sich gegen die Habsburger stellte. Er wollte die Habsburgische Religionspolitik bekämpfen und führte einen Feldzug nach Bernstein als auch Burg Ziegersberg. Beide Burgen konnten nicht eingenommen werden, weshalb sie stattdessen die umliegenden Dörfer plünderten und in Brand steckten. Die Haiducken zogen bis ins heutige Burgenland, die Oststeiermark, das Wechselland und Wr. Becken weiter und zerstörten weite Teile davon. Erst als 1606 Frieden mit dem habsburgischen Kaiser geschlossen wurde, herrschte für einige Jahre Ruhe im ostösterreichischen Grenzland.

Grenzland und Schloss Ziegersberg
Kurze Zeit später verlässt man in Guggendorf die asphaltierte Straße und biegt in ein steiles Waldstück ein, das leicht übersehen werden kann. Gut, dass hier ein Wechsellandbankerl den Weg weißt und zu einer Rast vor dem Anstieg einlädt. Die dritte Tafel über die Landesgrenze: Sie liegt auf einer Wasserscheide am Hartberg und ziemlich genau auf der Landesgrenze. Vor der Schautafel befindet sich Niederösterreich und dahinter die Steiermark. Weiter geht‘s entlang asphaltierter Wege in die Steiermark. Für Naturliebhaber ist dabei der ständige Blick auf die Autobahn und das damit einhergehende Rauschen des Verkehrs leicht störend. Doch kurz nach dem Überqueren der Schnellstraße über eine Brücke und dem Wandern über einen Hügel ändert sich das abrupt und wird verdrängt durch Vogelgezwitscher und sanfte grüne Hügel und Wälder. In Richtung Schlag geht es zum Schloss Ziegersberg. Durch wechselnde Besitzer, die sich einmal mehr, einmal weniger um Burg Ziegersberg kümmerten, verfiel sie zur heutigen Ruine. Die Zöberner Familie Schandlbauer errichtete 1853 angesichts dessen einen großen Maierhof, der vom nachfolgenden Besitzer Dr. Jakob Singer zu einem prächtigen Gutsherrensitz, dem Schloss Ziegersberg, ausgebaut wurde. Heute sind Schloss, Burgruine sowie der angrenzende Wald im Besitz eines historisch interessierten Käufers aus der Umgebung. Dadurch bleibt zumindest der derzeitige Baubestand der Ruine als historisches Denkmal für die Nachwelt erhalten.  ❏        
Stefanie Schadler

Schloss Ziegersberg
Letzte Beiträge

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Wenn Sie fortfahren, nehmen wir an, dass Sie mit der Verwendung von Cookies auf der Webseite einverstanden sind. Zur Datenschutzerklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close