Warum weniger Fleisch Sinn macht

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Bereits ein fleischfreier Tag pro Woche hilft dabei, pro Person und Jahr 50 kg an CO2 einzusparen. Wieso der Umstieg auf weniger Fleisch in der Ernährung sinnvoll wäre und wie das gelingt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Über 1 kg Fleisch pro Woche
Wer weniger Fleisch isst, tut Gutes für seine Gesundheit. Denn obwohl Fleisch reich an Eisen ist, wird ein zu hoher Fleischkonsum für verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes mitverantwortlich gemacht. Doch wie viel Fleisch ist gesund? Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft werden 300 bis 600 g Fleisch pro Woche empfohlen. Die österreichische Realität sieht allerdings anders aus:  96 kg Fleisch sollen es laut einer Studie der Agrarmarkt Austria (AMA) durchschnittlich pro Jahr sein, was etwa 1,8 kg Fleisch pro Woche entspricht. Der tatsächliche Pro-Kopf-Verbrauch dürfte dabei noch höher liegen. Denn verarbeitetes Fleisch wie Wurst oder Faschiertes sind dabei nicht Prozent der Bevölkerung. Im Gegenzug werden Vegetarier und Veganer miteinbezogen, die laut Schätzung in Österreich sieben bis zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Klimabelastendes Fleisch
Fleisch hat von allen Nahrungsmitteln den größten Einfluss auf unser Klima. Um 1 kg Rindfleisch zu erzeugen, werden bis zu 25 kg Futter benötigt, sofern Gras gefüttert wird. Jedoch werden lediglich 15 bis 20% der Tiere mit Gras gefüttert, der Rest wird mit Futtermitteln versorgt. Mit rund 44.000 Hektar ist Österreich zwar das fünftgrößte Sojaanbauland der EU, doch das ist nicht genug. So werden zusätzlich 550.000 bis 600.000 Tonnen Soja importiert, für das zum Großteil südamerikanischer Regenwald abgeholzt werden musste, so Global2000. Ebenfalls klimabelastend bei der Fleischproduktion ist der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln für den Anbau von Futtermitteln, die direkten Emissionen der Tiere und alle damit verbundenen Transporte. Auch der Mist der Tiere wirkt sich negativ auf die Umweltbilanz aus, da nicht nur der Boden, sondern auch das Wasser belastet wird.

Ein fleischfreier Tag
Seinen Fleischkonsum aus oben genannten Gründen zu reduzieren, macht natürlich Sinn. Aber wo anfangen? In der fleischlastigen Küche Österreichs kann diese Umstellung durchaus eine Herausforderung bedeuten. Und dennoch kann ein Gericht auch ohne Fleisch eine vollwertige Mahlzeit darstellen. Eine Inspiration können dabei vegetarische Kochbücher sein.
Einen einfachen Umstieg können auch Fleischersatzprodukte bieten, die wie Fleischprodukte verarbeitet werden. Hier sollten unbedingt Bio-Produkte bevorzugt werden, die weniger Zusatzstoffe enthalten und außerdem auf Aromastoffe verzichten. Ein fleischfreier Tag pro Woche könnte ebenfalls ein Ansatz sein, der gleichzeitig einiges bewirkt: So können mit einem vegetarischen Tag pro Woche 50 kg CO2 pro Jahr und Person eingespart werden. Gleichzeitig bedeutet eine Reduktion von Fleisch ein Mehr an Getreide und Gemüse, die eine wesentlich bessere CO2-Bilanz haben. Ein weiterer Schritt wäre ein „Zurück zum Sonntagsbraten“: Hier wird der Fleischkonsum deutlich reduziert. Generell sollte für den Fleischkauf gelten: auf biologische Haltung achten und von regionalen Produzenten beziehen. ❏ 
Stefanie Schadler

Zum Bild: Die Viehwirtschaft verursacht fast ein Viertel aller globalen Treibhausgase. Dabei ist die industrielle Produktion von 1 kg Rindfleisch gleich klimaschädlich wie 250 Auto fahren. 

Bild ©von RitaE auf Pixabay

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