Wasserstoffzug im Wechselland

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Die ÖBB setzen auf dem Weg zur Klimaneutralität auf unterschiedliche alternative Antriebstechnologien. Erst Ende November ging der Testbetrieb eines Wasserstoffzuges zu Ende, der auch durch das Wechselland führte.

ÖBB testet nachhaltige Alternativen

Die ÖBB wollen bis 2030 im Mobilitätssektor klimaneutral sein und setzen bei den bestehenden Dieselstrecken auf den Einsatz von Schienenfahrzeugen mit alternativen Antrieben. Im Personenverkehr kommen aus heutiger Sicht vor allem zwei Technologien für eine konkrete Anwendung infrage: zum einen Akkuzüge und zum anderen Wasserstoffzüge, bei denen die Energie aus Brennstoffzellen kommt. 

Für Letztere lief bis Ende November 2020 im Fahrgastbetrieb der ÖBB der weltweit erste Wasserstoffzug namens „Coradia iLinit“ des Herstellers Alstom im Testbetrieb.

Der Wasserstoffzug war auf der Aspangbahn bzw. Thermenbahn von Wien über Wr. Neustadt nach Fehring und auf der Strecke zwischen Wiener Neustadt und Puchberg am Schneeberg sowie Gutenstein unterwegs. Somit führte ihn die Strecke auch durch das Wechselland mit den Stopps unter anderem in Edlitz – Grimmenstein, Feistritz-Kirchberg, Aspang und Friedberg. 

Das Wechselgebiet hat sich für diese Testphase angeboten, um den Wasserstoffzug erstmals auf geografisch anspruchsvollen Strecken zu prüfen. Zuvor war er bisher nur auf eher ebenen Strecken wie zum Beispiel in Norddeutschland getestet worden.

Erstes Feedback sehr positiv

Die ÖBB hatten laut Pressesprecher Mag. Gerhard Rieder die Erfahrung gemacht, dass gerade Akkuzüge eine steile Strecke schwieriger bewältigen, mehr Energie verbrauchen und somit weniger Kilometer zurücklegen können. Nach dieser zehnwöchigen Testphase kann nun gesagt werden, dass sich speziell bei solchen anspruchsvollen Strecken der Wasserstoffzug besser eignet, da er eine ähnliche Reichweite wie ein Dieselzug hat. Zusätzlich beschleunigt der Wasserstoffzug ähnlich schnell wie ein Akkuzug, weshalb die Fahrpläne sogar leichter eingehalten werden können als mit einem Dieselzug. Da der Wasserstoffzug im regulären Betrieb getestet wurde, ist auch das Feedback vonseiten der Fahrgäste sehr positiv, vor allem aufgrund der leisen Betriebsgeräusche, die jenem eines Akkuzugs ähneln. 

Nun geht es an die längerfristige Analyse, die die Betriebskosten des Fahrzeugs – wobei nur grüner Wasserstoff eingekauft wird –, die Infrastrukturkosten – da eigene Tankanlagen für den Regelbetrieb gebaut werden müssen – und die generellen Beschaffungskosten des Fahrzeugs beinhaltet. Bis wann diese Analyse abgeschlossen sein wird, kann noch nicht gesagt werden. ❏    

Stefanie Schadle

Bild: © ÖBB_Marek_Knopp

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