Wenn das Baby im Bauch sitzt

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Serie: Neues Leben 

Manchmal schafft es das Baby im Mutterleib nicht, sich in die Schädellage zu drehen. Um das Baby doch noch in diese optimale Ausgangsposition für eine natürliche Geburt zu bewegen, kann man es von außen unterstützen.

Lage des Babys überwachen

Am Anfang der Schwangerschaft hat das Baby noch sehr viel Platz und kann sich gut bewegen. Da sind Aktivitäten wie sich strecken, drehen und Purzelbäume schlagen an der Tagesordnung. Dadurch kann sich auch die Lage der Babys ständig ändern: Aktivere Babys können sich auch in den letzten Wochen vor der Entbindung noch drehen, andere Babys behalten während der gesamten Schwangerschaft ihre Position bei. Diese wird in jeder Mutter-Kind-Pass-Untersuchung durch den Frauenarzt mittels Ultraschall festgestellt. Vor allem die letzten beiden Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen – zwischen der 30. und 34. sowie der 35. und 38. Schwangerschaftswoche – können schon erste wichtige Hinweise auf die mögliche Ausgangslage für die Geburt geben. Zusätzlich kann die Position des Fötus durch Hebamme und Arzt auch von außen ertastet werden. Dazu werden die sogenannten Leopold-Handgriffe angewendet. 

Erfahrungsgemäß dreht sich der Fötus zwischen der 28. und 30. Schwangerschaftswoche in Kopflage. Möglich ist diese Drehung aber auch bis zum Geburtstermin, nur wird die Wahrscheinlichkeit geringer. Die Ursachen, warum manche Babys „sitzen bleiben“ oder sogar quer in der Gebärmutter liegen, sind laut Dr. Birgit Frankl, Gynäkologin in Pinggau, meistens unbekannt. In seltenen Fällen handelt es sich um eine Gebärmutterfehlbildung, die die Drehung erschwert oder unmöglich macht. Auch Mehrlingsschwangerschaften und ein zu viel oder zu wenig an Fruchtwasser können Ursachen sein.

Möglichkeiten einer Drehung

Für Frauen, die sich eine natürliche Geburt wünschen, bedeutet eine Beckenendlage, also wenn das Baby in der Gebärmutter sitzt, nicht automatisch einen kontrollierten Kaiserschnitt. Zu Zuallererst stehen das Gespräch und die Beratung mit dem behandelnden Frauenarzt im Vordergrund. Die Schwangere kann zum Beispiel mithilfe der indischen Brücke die Drehung des Babys unterstützen.  Auch Osteopathie und Akupunktur können unterstützend angewendet werden und haben laut Dr. Frankl bereits gute Ergebnisse erzielt. 

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ab der 37. Schwangerschaftswoche auch eine äußere Wendung versucht werden. Die äußere Wendung darf nur unter ständiger Bereitschaft, einen Kaiserschnitt machen zu können, im Krankenhaus durchgeführt werden, falls es zu Komplikationen wie Herztonabfall des Kindes oder zu Blutungen kommt.

Der Hauptgrund, der gegen eine äußere Drehung spricht, ist die sogenannte Placenta praevia: Hier liegt die Plazenta vor der Muttermundöffnung, wodurch das Baby ohnehin nur per Kaiserschnitt geboren werden kann. Weitere Kontraindikationen sind ein vorzeitiger Blasensprung, Fehlbildungen und ein bekanntes Schädel-Becken-Missverhältnis. 

Bleibt das Baby dennoch sitzen, ist eine Vaginalgeburt in eigens dafür vorgesehenen Krankenhäusern möglich, die eine spezielle Expertise von Hebammen und Ärzten aufweisen. 

Ob die Schwangere eine äußere Wendung versucht oder eine Spezialklinik für ein Beratungsgespräch über eine vaginale Geburt in Beckenendlage aufsucht, wird ihr laut Dr. Frankl freigestellt. ❏       Stefanie Schadler


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