Wenn man als Betriebsinhaber ausfällt …

in Wirtschaft

Krankheit, Unfall, Schwangerschaft – es gibt zahlreiche Gründe, weshalb ein Betriebsinhaber seinen Tätigkeiten nicht nachkommen kann. In einem solchen Fall kann ein Betriebshelfer einspringen und die Aufgaben vorübergehend übernehmen.

Kontakt Niederösterreich:
Mag. Rainer LINDMAYR
T: 02243 / 34 748
E-Mail:  office@betriebshilfe.at
www.betriebshilfe.at


Kontakt Steiermark:
Mag. Elke Jantscher-Schwarz
Tel.: 0316/601-746
E-Mail: elke.jantscher-schwarz@wkstmk.at

Voraussetzungen einer Betriebshilfe
Wir haben uns bei der niederösterreichischen Betriebshilfe erkundigt, die seit der Gründung 1994 bis zum Herbst 2018 knapp 2.800 geleistete Einsätze zu verbuchen hatte. Die meisten Einsätze werden aufgrund von Operationen geleistet, da in einem solchen Fall genügend Zeit besteht, eine Betriebshilfe im Voraus zu organisieren, ebenso bei einer bevorstehenden Geburt. Aber auch bei Krankheit oder einem Unfall könne ein Betriebshelfer im Idealfall am nächsten oder übernächsten Tag einspringen, so Mag. Rainer Lindmayr, Geschäftsführer von „Betriebshilfe für die Wirtschaft“ in Niederösterreich. Für solche Fälle hat der Verein fix angestellte Betriebshelfer.  


Diese Ersatzkraft kann allerdings nur für Kleinstbetriebe – also Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern – genutzt werden, wobei 85% der Einsätze bei Betrieben mit maximal zwei Mitarbeitern erfolgen.
Weitere Voraussetzungen: Der Unternehmer muss Mitglied der WKNÖ sein, er muss bei der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft pflichtversichert und mindestens 14 Tage arbeitsunfähig sein. Wird ein Einsatz aufgrund der Geburt eines Babys geleistet, hilft die Betriebshilfe in der Zeit des Mutterschutzes, also acht Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung. Im Falle eines Kaiserschnitts oder bei Mehrlingsgeburten verlängert sich dieser Zeitraum um weitere vier Wochen.


Übernimmt Arbeiten des Betriebsinhabers
In den Branchen Gastronomie, Tischler und Friseure werden Betriebshelfer am meisten nachgefragt. Dabei übernimmt der Betriebshelfer die Tätigkeiten des Unternehmers für 40 Wochenstunden. Die Tätigkeiten sind hauptsächlich körperlicher Natur. In der Gastronomie kann das etwa den Einsatz in der Küche oder im Service bedeuten. Um sich im neuen Betrieb zu orientieren, können für die Einarbeitungsphase zusätzlich fünf Tage in Anspruch genommen werden. 


Die Betriebshilfe ist für den Unternehmer kostenlos, solange die jährliche Einkommensgrenze des Betriebs € 20.790,84 nicht überschreitet (Stand 2019). Eine Ausnahme gilt beim Mutterschutz: Hier hilft die Betriebshilfe unabhängig vom Einkommen und von der Mitarbeiteranzahl.
Derzeit arbeiten 14 Fachkräfte – inklusive der befristeten Mitarbeiter – bei der Betriebshilfe in Niederösterreich. Weite Entfernungen sind für Betriebshelfer kein Hindernis: Den fix angestellten Betriebshelfern wird in einem solchen Fall ein Quartier vom Verein zur Verfügung gestellt.


Erfahrungsbericht:
Karin Maierhofer führt einen Nah&Frisch-Markt mit drei Angestellten in Zöbern und hat im Herbst 2017 die Betriebshilfe für drei Monate in Anspruch genommen. Im Interview gibt sie ihre Erfahrungen weiter.

Karin Maierhofer


WLZ: Warum haben Sie die Betriebshilfe in Anspruch genommen?
Karin Maierhofer
K. M.: Bereits vier oder fünf Jahre zuvor hatte ich immer wieder Probleme mit meinem Darm, die Schmerzen kamen in Schüben und ich arbeitete trotzdem im Geschäft weiter. Irgendwann fasste ich den Entschluss, mich operieren zu lassen. Ich habe mich bei der Wirtschaftskammer informiert, erhielt die Telefonnummer von Herrn Lindmayr und wurde freundlich und äußerst kompetent über die Möglichkeit der Betriebshilfe aufgeklärt.


WLZ: Wie kamen Sie schließlich zu Ihrer Betriebshelferin?
K. M.: Herr Lindmayr schlug mir eine Dame vor, die infrage kommen könnte, wies mich aber auch darauf hin, dass ich auch selbst jemanden aus meinem Bekanntenkreis wählen könne, der meine Aufgaben übernimmt. Durch Zufall kam ich auf eine Bekannte, die Erfahrung im Verkauf hatte und  in dieser Zeit einspringen konnte. Lindmayr nahm Kontakt zu ihr auf und regelte alles Weitere.


WLZ: Welche Aufgaben hat die Betriebshilfe übernommen?
K. M.: Nach den Einschulungstagen bediente sie die Feinkost, backte Gebäck und sortierte die Artikel ein. Für Einkäufe und Bestellungen waren weiterhin meine drei Mitarbeiter verantwortlich, darauf konnte ich mich verlassen. Die Buchhaltung übernahm mein Mann, der auch immer wieder nach dem Rechten sah und eine große Unterstützung für mich war und ist. 


WLZ: Wie würden Sie Ihre Erfahrung mit der Betriebshilfe zusammenfassen?
K. M.: Gerade am Land war es toll, dass ich eine Bekannte gefunden habe, die für mich einsprang und die meine Kunden auch kannten. Das war für meine Kunden sicherlich angenehmer, als mit einer fremden Person konfrontiert zu werden. 
Generell hat alles gut funktioniert und man kann als Unternehmer froh sein, wenn man im Ernstfall so etwas in Anspruch nehmen kann.
 ❏            

Stefanie Schadler

Fotos: © pixabay

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