Zentrale Anlaufstelle in Gesundheitsfragen

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Mit dem Bau des Ärztezentrums in Kirchberg wird das Wissen der praktischen Ärzte mit jenem der Fachärzten und Therapeuten gebündelt. Das gesamte Feistritztal profitiert.

Vorzeigeprojekt in Niederösterreich

Das sechste Ärztezentrum in Niederösterreich wird derzeit im Ortskern von Kirchberg am Wechsel gebaut. Nach der Zusage durch das Land Niederösterreich, die Österreichische Gesundheitskasse und die niederösterreichische Ärztekammer wurde Ende August mit dem Bau begonnen; Dach und Fenster wurden zu Weihnachten eingebaut. Mittlerweile steht der Rohbau, sodass aktuell der Innenausbau realisiert wird. Auch eine Glasfaserleitung wird verlegt, um die großen Datenmengen verarbeiten zu können. Bürgermeister Willibald Fuchs ist sichtlich stolz, dieses Projekt in seiner Gemeinde realisieren zu können und spricht von einem „Vorzeigeprojekt“ aller bisherigen Ärztezentren in Niederösterreich.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein großer Vorteil in Kirchberg liegt im Neubau. Dadurch konnten die Räumlichkeiten individuell an die Anforderungen angepasst werden. So sei die Erfahrung der drei niedergelassenen Ärzte aus Kirchberg in die Planung des Gebäudes eingeflossen, um die Abläufe in der Praxis möglichst fließend und durchdacht ablaufen zu lassen. Eine Ärztegesellschaft wird aktuell gegründet, über die die Ausstattung für die Praxis angeschafft wird.

Insgesamt sechs Ärzte – zusätzlich zu den niedergelassenen Ärzten ergänzen drei Neupraktiker das Team – ergänzen ihre Arbeitszeiten miteinander. Anders wären die Öffnungszeiten mit fünf Tagen in der Woche und zwölf Arbeitsstunden täglich von sieben bis neunzehn Uhr nicht möglich. Dieses Modell mache die Arbeit als Praktiker wieder interessant, so Fuchs: Einerseits sei man als Arzt nicht rund um die Uhr in Alarmbereitschaft, andererseits werde der Beruf auch für Frauen attraktiver, da sich die Ausübung mit einem Kinderwunsch besser vereinbaren lasse.

Integrierte Versorgung schaffen

Im zweiten Stock befinden sich insgesamt acht Ordinationen, die sich laut aktuellem Stand neun Fachärzte und fünf Therapeuten teilen. Je nach Bedarf mieten sich diese täglich oder wöchentlich ein. Hieraus ergibt sich der große Vorteil für die Patienten: Der praktische Arzt kann einen Fall bei Bedarf zum Beispiel an den Psychologen oder Diätologen im ersten Stock weitergeben und umgekehrt. Der Patient erhält dadurch umgehende Hilfe, ohne weite Anfahrten zu einem Facharzt oder Therapeuten in Kauf nehmen zu müssen. „Das Ziel ist eine integrierte Versorgung der Bevölkerung. Das wird durch den regen Austausch und die enge Zusammenarbeit zwischen den Fachgruppen ermöglicht“, so Fuchs. Auch die Apotheke St. Wolfgang und ein Zahnarzt befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Ärztezentrum. 

Der Terminvergabe liegt ein aufwendiges Zeitmanagement zugrunde. Das ermöglicht punktgenaue Termine und kurze Wartezeiten für die Patienten im Warteraum. Dadurch wäre zum Beispiel ein rascher Arztbesuch während einem Arbeitstag möglich, aber auch die Öffnungszeiten bis neunzehn Uhr kommen der arbeitenden Bevölkerungsschicht zugute. 

Die Idee hinter den Ärztezentren, von denen österreichweit derzeit 75 geplant sind, ist einerseits die Entlastung der Krankenhäuser und andererseits die Attraktivierung des Berufs des praktischen Arztes. Der Vorteil von praktischen Ärzten liegt klar auf der Hand: Diese kennen ihre Patienten und deren Krankengeschichte und können schneller reagieren. Zudem ist ein Praktikerbesuch günstiger als die Behandlung im Krankenhaus.

Bürgermeister Fuchs ist sich sicher: Das Ärztezentrum in Kirchberg ist eine Bereicherung für das gesamte Feistritztal und darüber hinaus, wird die Marktgemeinde beleben und Arbeitsplätze in der Region schaffen. Die Fertigstellung ist für ersten Oktober 2021 geplant. ❏    

Stefanie Schadler

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